Lagerplanung

Teil von Kommissionierung planen: Bestand, Nachschub und Kennzeichnung ordnen

Kommissionierung prüfen mit Scanner und Pick-by-Systemen

Kommissionierung prüfen: Scannerarten, Pick-by-Light, Pick-by-Voice und Pick-by-Vision mit Aufnahmekriterien, Kosten, WMS-Schnittstellen und Prüfschritten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Vier Techniklinien stehen zur Wahl: Handscanner, Pick-by-Light, Pick-by-Voice und Pick-by-Vision.
  • Aufnahmekriterien sind Leserate, Entfernung, Beleuchtung, Schutzart, Akkulaufzeit und Ergonomie.
  • Rechnen Sie je Arbeitsplatz mit rund 300 bis 1.500 Euro für Scanner, 800 bis 3.000 Euro je Lichtmodul und 1.500 bis 4.500 Euro je Voice-Einheit, jeweils netto.
  • Ohne saubere WMS-Schnittstelle (REST, EDIFACT, XML, Funkschnittstelle) bleibt jede Hardware wirkungslos.
  • Prüfen Sie Datenqualität und Ergonomie vor dem Rollout, nicht danach.

Scannerarten und ihre Aufnahmekriterien

Handscanner mit Kabel oder Funk lesen Barcodes auf Armlänge. Prüfen Sie die minimale Modulbreite, die das Gerät auflösen kann, und die Fallhöhe, die es übersteht. Für Palettenetiketten in sechs Metern Höhe brauchen Sie einen Hochleistungsscanner mit Zielpunkt.

Mobile Datenerfassungsgeräte mit Bildschirm und Tastatur eignen sich für Mehrschritt-Vorgänge und Rückmeldungen. Achten Sie auf Schutzart nach IP, Stoßfestigkeit und Wechselakkus. Ring- und Fingerscanner erlauben beidhändiges Arbeiten.

Bei der Aufnahme zählt eine Leserate von mindestens 95 Prozent im ersten Versuch, gemessen am realen Lagerplatz statt am Prüfstand. Der Bitkom-Studienbericht zur Industrie 4.0 beschreibt, wie verbreitet solche Erfassungstechnik in deutschen Betrieben bereits ist.

Pick-by-Light, Pick-by-Voice und Pick-by-Vision

Pick-by-Light zeigt das Fach über Leuchtdioden an und quittiert per Taster. Prüfen Sie die Helligkeit gegen Hallenbeleuchtung, die Kabelführung und die Erweiterbarkeit pro Regalfeld. Lichtsysteme sind schnell angelernt, binden aber Kapital im Regal.

Pick-by-Voice führt über Sprache. Aufnahmekriterium ist die Erkennungsrate bei Lärmpegeln über 75 Dezibel, also in Kühlhaus, Kommissionierzone oder Verpackung. Voice hat den Vorteil freier Hände, benötigt aber ein sauberes Sprecherprofil.

Pick-by-Vision arbeitet mit Datenbrille oder Projektion auf den Handrücken. Prüfen Sie Tragegewicht, Sehfeld, Akku und ob die Brille unter PSA wie Schutzbrille tragbar ist. Die Systeme sind noch selten, die Kosten je Einheit hoch, die Anlernzeit kurz.

Kosten je Arbeitsplatz

Die folgenden Beträge sind Marktkorridore für mittlere Ausstattung, netto, Stand 2026. Sie ersetzen kein Angebot.

System Anschaffung je Einheit Betrieb
Handscanner 300 bis 1.500 Euro Akku, Reparatur, Softwarepflege
Mobiles Erfassungsgerät 800 bis 2.500 Euro Wartung, Lizenzen
Pick-by-Light 800 bis 3.000 Euro je Modul Strom, Steuerung, Umbau
Pick-by-Voice 1.500 bis 4.500 Euro je Arbeitsplatz Sprechprofil, Funk, Funkabdeckung
Pick-by-Vision 2.500 bis 6.000 Euro je Brille Akku, Lizenzen, Ersatz

Beispielrechnung: Ein Lager mit 20 Kommissionierplätzen erhält Handscanner für durchschnittlich 700 Euro und eine Voice-Lösung für 2.800 Euro je Arbeitsplatz. Für 20 Plätze ergibt das 14.000 Euro plus 56.000 Euro, also 70.000 Euro netto ohne WMS-Anpassung.

Schnittstellen zum WMS

Bevor Hardware bestellt wird, klären Sie, welche Daten das Lagerverwaltungssystem liefert und in welchem Takt. Übliche Wege sind REST-Schnittstellen, XML-Dateien, EDIFACT-Nachrichten und Funkverbindungen nach Standard wie TCP/IP.

Prüfpunkte sind Latenz unter einer Sekunde, stabiles Funknetz mit Messung der Feldstärke in jeder Gasse und eine klare Fehlerbehandlung bei Verbindungsabbruch. Das BSI-Rahmenwerk zum IT-Grundschutz liefert die Anforderungen an Authentisierung, Protokollierung und Trennung von Netzen, die Sie hier übertragen können.

Ergonomie und Datenqualität prüfen

Die Pflicht zur Gefährdungsbeurteilung gilt auch für Kommissionierarbeitsplätze. Die TRBS 1111 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin beschreibt das Vorgehen. Bewerten Sie Greifhöhen, Zusatzgewichte durch Scanner, Blickrichtungen auf Displays und die Dauer der Kopfhaltung.

Für die Datenqualität gilt eine einfache Reihenfolge:

  1. Stammdaten prüfen: Artikelmaße, Gewicht, Lagereinheit, Etikettengröße.
  2. Leserate je Gasse und je Artikelgruppe messen, mindestens eine Woche.
  3. Fehlbuchungen und Nacharbeit erfassen, Ursache je Fall dokumentieren.
  4. Erst danach Rollout auf weitere Zonen.

Häufige Fragen

Welche Scannerart eignet sich für hohe Regale?

Für Höhen über etwa zwei Meter brauchen Sie einen Scanner mit Zielpunkt und großer Lesereichweite. Handscanner mit kurzer Reichweite lesen dort nur unsicher.

Wann lohnt sich Pick-by-Voice statt Pick-by-Light?

Voice lohnt sich bei freien Händen und großen Sortimenten mit wenig Lichttechnik pro Fach. Light ist bei dichten Fächern und kurzen Wegen im Vorteil.

Wie viele Links und Schnittstellen muss ich prüfen?

Mindestens die Verbindung WMS zur Erfassung, die Funkabdeckung und die Protokollierung. Dokumentieren Sie jede Störung mit Zeitstempel.

Wie hoch sind die Gesamtkosten grob?

Für 20 Arbeitsplätze sind 50.000 bis 100.000 Euro netto realistisch, ohne WMS-Anpassung und ohne Schulung.

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