Lagerplanung
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Was kostet ein Lagerprogramm in Deutschland?
Lagerprogramm Kosten in Deutschland: Beispielwerte in Euro für Lizenz, Einführung, Schulung und Betrieb, Einmalkosten, Monatskosten und Förderung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Einmalkosten für Lizenz, Einführung, Schnittstellen und Schulung liegen meist bei 15.000 bis 120.000 Euro netto.
- Systeme wie SAP EWM, EPG LFS, PSIwms, Odoo oder Microsoft Dynamics 365 Business Central folgen unterschiedlichen Preismodellen.
- Wartung und Support kosten 15 bis 22 Prozent der Lizenzsumme je Jahr.
- Alle Werte sind Beispielwerte für das Bezugsjahr 2025, netto zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer.
- Förderkredite der KfW können Einführung, Schnittstellen und Schulung teilweise abdecken.
Einmalkosten: Lizenz, Einführung, Schulung
Ein Lagerprogramm ist selten eine reine Softwareanschaffung. Den größten Block bildet die Einführung, weil Prozesse, Schnittstellen und Stammdaten angepasst werden. Die Tabelle nennt Beispielwerte für ein Lager mit zwei Standorten und 10 bis 20 Arbeitsplätzen, Bezugsjahr 2025, netto.
| Kostenblock | Beispielwert netto | Treiber |
|---|---|---|
| Lizenz oder Abo-Start | 8.000 bis 45.000 Euro | Nutzerzahl und Module |
| Einführung und Konfiguration | 10.000 bis 60.000 Euro | Prozessvielfalt |
| Schnittstellen zu ERP und Fördertechnik | 3.000 bis 25.000 Euro | Zahl der Systeme |
| Datenmigration und Stammdaten | 2.000 bis 12.000 Euro | Datenqualität |
| Schulung der Key-User | 1.500 bis 9.000 Euro | Umfang und Dauer |
Preislisten der Hersteller entscheiden über die Lizenz. SAP führt EWM als Bestandteil von S/4HANA und beschreibt Funktionsumfang und Schnittstellen in der Übersicht zu Enterprise Resource Planning. Mittelständische Anbieter wie EPG mit LFS, PSI Logistics mit PSIwms und inconso nennen dagegen Projektpreise statt Listenpreise.
Cloud-Abos sind transparenter. Odoo veröffentlicht Abos unter 50 Euro je Benutzer und Monat, Microsoft Dynamics 365 Business Central startet bei rund 70 Euro netto je Benutzer und Monat. Deutsche Anbieter wie weclapp bewegen sich in ähnlicher Höhe.
Schnittstellen kosten doppelt: einmal in der Einrichtung, dauerhaft in der Pflege. Je Verbindung zu ERP, Versand oder Fördertechnik sind 3.000 bis 12.000 Euro einmalig realistisch. Mietmodelle verteilen die Lizenzkosten auf 24 bis 48 Monatsraten, die Summe liegt dann über dem Kaufpreis.
Laufende Kosten je Monat und Jahr
Nach dem Start beginnt der Betrieb. Vier Posten wiederholen sich:
- Wartung und Updates, häufig 15 bis 22 Prozent der Lizenzsumme je Jahr.
- Hosting oder Cloud-Betrieb, 80 bis 400 Euro je Monat.
- Support außerhalb der Wartung, 120 bis 180 Euro je Stunde.
- Personal für Stammdatenpflege, Inventurdifferenzen und Auswertungen.
Dazu kommen Geräte: MDE-Handscanner von Zebra oder Honeywell kosten 400 bis 1.200 Euro je Stück, Etikettendrucker von cab, Sato oder Zebra 300 bis 900 Euro. Ersatzgeräte fallen später erneut an.
Wartungsverträge binden oft drei bis fünf Jahre. Verhandeln Sie deshalb eine Staffel und eine Preisbindung für die Jahre zwei bis fünf.
Beispielrechnung für 15 Arbeitsplätze
Beispielrechnung für ein Lager mit 15 Arbeitsplätzen, Kaufvariante mit Serverbetrieb, netto.
Einmalig: Lizenz 24.000 Euro, Einführung 30.000 Euro, zwei Schnittstellen 8.000 Euro, Migration 4.000 Euro, Schulung 4.500 Euro, Summe 70.500 Euro.
Laufend: Wartung 20 Prozent von 24.000 Euro, also 4.800 Euro je Jahr, Hosting 250 Euro je Monat, also 3.000 Euro je Jahr, Support 1.200 Euro je Jahr, Summe 9.000 Euro je Jahr oder 750 Euro je Monat.
Als Cloud-Abo ohne Lizenzkauf: 15 Arbeitsplätze mal 240 Euro je Monat, also 3.600 Euro monatlich und 43.200 Euro jährlich. Einführung und Schulung bleiben in ähnlicher Höhe.
Wer SAP EWM oder ein Konzern-WMS von Manhattan Associates oder Blue Yonder einführt, rechnet mit sechsstelligen Projektbudgets und Laufzeiten von zwölf Monaten und mehr.
Was die Preise treibt und welche Förderung greift
Fünf Faktoren bestimmen den Preis: Zahl der Nutzer, Zahl der Standorte, Umfang der Schnittstellen, Sonderprozesse wie Chargen oder Gefahrstoffe, Grad der Automatisierung. Automatische Kleinteilelager und fahrerlose Transportsysteme verschieben das Budget deutlich nach oben.
Zur Einordnung hilft der Blick auf den Digitalisierungsstand der Branche. Der Bitkom-Studienbericht Industrie 4.0: Wie digital ist Deutschlands Industrie? zeigt, wo Unternehmen im Vergleich stehen.
Für die Finanzierung kommen Förderkredite der KfW infrage. Die KfW bündelt ihre Programme für Innovation und Digitalisierung. Förderfähig sind häufig Einführung, Schnittstellen und Schulung, selten die reine Lizenz.
Neben Bundesprogrammen fördern einzelne Bundesländer mit eigenen Digitalisierungszuschüssen, deren Bedingungen sich unterscheiden. Hinweise zu Standortfragen gibt die Deutsche Industrie- und Handelskammer unter Infrastruktur.
Verlangen Sie eine Aufstellung, die Lizenz, Einführung, Schulung und Betrieb getrennt ausweist. Lassen Sie außerdem die Wartungsstaffel und die Zahl der enthaltenen Support-Stunden schriftlich festschreiben.
Häufige Fragen
Mit welcher Summe muss ein mittleres Lager rechnen?
Beispielwert: 70.500 Euro einmalig und 9.000 Euro je Jahr, netto. Cloud-Abos ersetzen die Lizenz durch eine Monatsgebühr von etwa 3.600 Euro bei 15 Arbeitsplätzen.
Warum nennen Anbieter Preise je Arbeitsplatz?
Weil Cloud-Betrieb, Updates und Support mit der Nutzerzahl skalieren. Der Preis je Arbeitsplatz macht Angebote vergleichbar, verschleiert aber Mindestabnahmen und Zusatzmodule.
Sind Umsatzsteuer und Bezugsjahr enthalten?
Nein. Alle Werte sind netto und beziehen sich auf das Bezugsjahr 2025. Beim Kauf fallen 19 Prozent Umsatzsteuer an, bei vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen nur als Zahlungszeitpunkt.
Welche Kosten werden oft vergessen?
Interne Personalzeit für Tests und Prozessaufnahme, Ersatzgeräte, Schulungen für neue Mitarbeiter, Anpassungen nach dem ersten Jahr und die Pflege der Stammdaten.